Interview mit Gone in April

Interviews

alt

Hallo!

Ich möchte mich mal bedanken für eure Zeit und hier auch gleich meine erste Frage die mich brennend interessiert:
Eure Band besteht aus amerikanischen und deutschen Mitgliedern. Wie kam es dazu?

 

Felix.: Ja, erstmal „Hallo Österreich“! Vielen Dank für das Interview.

Die Band besteht schlicht und ergreifend aus einem Internationalem Line-Up weil es heutzutage kein Problem mehr ist so zu arbeiten. Das Internet macht es möglich.

Yanic.: Ja genau. Ich und Julie sind Kanadier die allerdings in den USA leben. Chicco ist Italiener der zur Zeit in Kanada lebt. Allerdings hat er seitdem wir zusammenarbeiten auch schon in Mexiko oder Italien gelebt. Das war nie ein Problem.

F.: Es hat sich einfach so ergeben. Yanic und ich haben ja schon vorher 2 Alben über so eine Distanz gemacht. Damals bin ich ganz einfach als Auftraggeber an Yanic herangetreten um Ihn für die Aufnahmen für seine Alben zu buchen. Daraus wurden dann ja 2 Alben und der Kontakt zwischen ihnen riss nie ab.

Als dann Gone in April entstand haben sich Julie und Chicco dann einfach angeschlossen.


Wie probt ihr eigentlich?

Y.: Das Proben über so eine Entfernung ist kein Problem mehr heutzutage. Das Internet bietet alle Möglichkeiten die man dazu benötigt. Für die Aufnahmen schickt mir Felix die rau produzierten Gitarrenriffs. Ich arbeite dann mit diesen Aufnahmen meine Drums aus. Im Anschluss schicke ich dann alles zusammen an alle Bandmitglieder zur Hörprobe die dann weitergehend ihre Parts hinzugeben. So geht es dann bis ein Song von allen als fertig abgesegnet wird. Wenn alles fertig ist treffen wir uns dann in den USA um das Album aufzunehmen.

F.: Die Proben für Live Shows sind auch recht einfach. Jeder hat ja einen Rough Mix des Albums. So kann quasi jeder so oft Proben wie er will und auch wann er will. Ok, einige werden das nun wenig Metal-Like finden aber anders geht es ja bei uns eben nicht. Wenn man sich daran gewöhnt hat weiß man es auch durchaus zu schätzen arbeiten zu können wann man will ( :D ).

Y.: Bei einer Liveshow spiele ich dann ja einfach zu einem Metronom und somit synchronisiere dann die Band auf ein einheitliches Tempo. Es ist eine wirklich einfache und angenehme Arbeitsweise.

 

Da ihr ja extrem weit von einander entfernt seid, wie siehts eigentlich mit Liveshows aus?

Y.: Auch Live Shows sind kein Problem. Klar müssen wir auch dort etwas mehr planen als eine Band die an einem Ort lebt. Aber heutzutage ist es ja nicht ungewöhnlich, dass Mitglieder einer Band zumindest in verschiedenen Städten leben. Also warum soll das anders sein bloß weil ein Ozean dazwischen ist?

F.: Ja, ich lebe zum Beispiel in Norddeutschland. Wenn ich also zu Euch nach Österreich fahren würde bräuchte ich genauso lange wie mit dem Flugzeug ins Studio. Bei europäischen Benzinpreisen kommt das ja mittlerweile fast aufs gleiche raus ( :D ).

Y.: Also kurz um stellt auch das kein Problem da und wir sind auch dort am planen. Schließlich ist ja das Live spielen genau das worum es geht und was auch am meisten Spaß macht.

 

Meine Redakteurin hat euer letztes Album „We are but human“ sehr positiv kritisiert. Ich selbst hab auch reingehört und wurde sehr überrascht. Wie waren die Arbeiten an sich für euch??

Y.: Die Arbeiten waren sowohl aufregend als auch anstrengend. Es macht einfach Spaß in diesem Team zu arbeiten. Wir sind zwar alle sehr unterschiedliche Persönlichkeiten aber wie sich über die Zeit gezeigt hat harmonieren wir bestens.

F.: Ja, ich finde es ist immer fast wie ein kleines Familientreffen wenn wir aufeinandertreffen. So war also auch die Stimmung in den Studiosessions jedes Mal gut. Es fiel uns eigentlich nicht schwer von morgens bis abends im Studio zu arbeiten. Auch wenn es wohl schon ziemlich lustig aussehen muss da wir es, trotz dem bombastisch sonnigen Wetter im Sommer in Tennessee, als einzige schaffen kreide bleich aus zu sehen. Wir kommen halt nicht aus dem Studio raus ( :D ).

Y.: Felix hat sogar noch bis 2 Stunden vor seinem Flug zurück nach Deutschland ein paar Riffs eingespielt ( :D ).

 

Besonders ins Gehör gedrungen ist mir euer Song „Immolation to Survive“. Erzählt mir ein bisschen was über diesen Song.

F.: Dieser Song ist auch für uns etwas besonderes. Es geht darum sich selbst Aufzuopfern und einzusetzen und so einen Beitrag für die Allgemeinheit zu leisten. In diesem Fall natürlich im Rahmen der Story des Albums. Es geht ja um die Reise eines Soldaten im 11 Jahrhundert welcher hin-und hergerissen ist zwischen dem was von ihm erwartet wird und dem was er glaubt was Recht und Unrecht ist. An dieser Stelle des Albums wird ihm dieser Unterschied klar. Und um die Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren hilft nur aufhören nur an sich selbst zu denken und weitsichtig für das Gesamte zu werden. Er hat verstanden, dass ein Miteinander besser ist als ein Gegeneinander und opfert sich also für eine friedvolle Zukunft aller.


alt

Im Metal gibt’s ja noch dutzende weitere Subgenres. Warum macht ihr ausgerechnet, ich sag mal – Alternative Metal?

Y.: Wir haben uns eigentlich nie Gedanken über einen Stil gemacht, den wir machen wollen. Auch das hat sich, wie so vieles bei uns, einfach so ergeben. Erst kürzlich sind wir beisammen gesessen und uns für eine Werbung gefragt mit welchen Bands und Genres wir vergleichbar sind. Wir fanden aber nichts. Jedes Bandmitglied hat ja nicht nur einen anderen kulturellen Hintergrund sondern auch Herkunft.

F.: Ja, und auch musikalisch schlagen bei uns viele Herzen. Julie kommt ja eigentlich aus dem klassischen Bereich und spielt auch in Orchestern oder auch in Kanadischen Folk Bands. Ich hingegen komme aus dem technischen Death Metal Bereich. Yanic ist einer der besten Metal Drummer in Kanada und ist für viele Musikstile zu begeistern. Von Soft Rock bis zu Metal.

Chicco`s Bassspiel ist auch seit Urzeiten im Metal zuhause aber er spielt auch genauso im Flamenco einen Bass per excellence.

Y.: Also Du siehst schon, dass da irgend ein zielorientiertes Arbeiten nach dem Motto „Wir machen jetzt ein Thrash Metal“- oder „ein Death Metal Album“ nicht möglich war ( :D ).

Gone in April ist also ein Band aus Mitgliedern die einfach Ihre unterschiedlichen Backgrounds und Musikstile vereinen. Und das Ergebnis kann sich ja auch sehenlassen. Obwohl man wohl schon jetzt sagen kann, dass wir uns auf dem nächsten Album weiterentwickelt zeigen werden. Denn am neuen Album wird schon fleißig gearbeitet.

 

 

Was denkt ihr ganz spontan über folgende Wörter:

Black Metal

F.: Ist nicht wirklich mein Ding. Ich hab da auch keine Ahnung. Mich spricht es einfach nicht an.

Y.: Ich mag einige Black Metal Bands. Ich bevorzuge aber schon im wesentlichen richtig gut produzierte Musik mit einem super Sound.

 

ACTA

F.: Also ich denke damit wird extrem Dünnes Eis betreten. Dort haben sich Lobbyisten Gedanken gemacht die nur ihre Interessen im Kopf haben. Deutschland ist zwar Nichtunterzeichner des Abkommens so weit mir bekannt ist. Aber da wir ja in der EU liegen sind wir durch die Hintertür auch mit an Bord. Grundlegend finde ich als Musiker der Rechnungen zu bezahlen hat es ja nicht falsch etwas gegen dieses permanente Geklaue von geistigem Gut zu tun, aber man kann es eben auch übertreiben. Wer guckt sich nicht gern mal einen Prerelease oder ein Review bei Youtube an? Für mich lebte das Internet ja auch bisher von seiner Freiheit. Außerdem will ich als Künstler es selbst entscheiden wie und in welchem Rahmen ich auf Piraterie im jeweiligen Fall reagiere etc. Der Gesetz muss nur endlich mal das Thema ernst nehmen und Regularien festlegen die uns allen helfen. Also eben in diesem Fall dem Musiker sein Einkommen entsprechend seiner Leistung sicherstellen aber auch dem Fan gerecht werden. Jetzt ist es soweit gekommen, dass dritte ihre Chance nutzen um für sich gute Bedingungen zu erzeugen die weder für Künstler noch für Konsumenten gut sind.

 

Whitney Houston

F.:       Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich hab das gar nicht wirklich verfolgt. Ich bin ja kein Fan. Es musste ja irgendwann wieder so weit kommen. Also ich meine, dass eine prominente Person an den Folgen ihres Lebensstils stirbt. Ist sie nicht an einer Überdosis eines Medikamentes gestorben? Sie soll ja auch, obwohl jeder weiß, dass es keine gute Idee ist, in großen Mengen Drogen konsumiert haben.

Y.:        In Gone in April sind jedenfalls alle super vernünftig. Felix als sportverrückter trinkt nicht mal Alkohol. Wir sind auch alle Nichtraucher. Es ist bedauerlich, dass es so weit kommen muss mit einem Menschen.

F.:      Wir machen halt lieber Musik als uns Drogen und Alkoholmissbrauch herzugeben. Das berauscht uns genug. Für andere Künstler wünsche ich mir, dass sie mit sich etwas sorgsamer und verantwortungsvoller umgehen. Immerhin wollt und sollt ihr lange gehört werden.

 

April

Y.: Oh, ein eher schlechter Monat in Norddeutschland was Felix? ( :D )

F.: Ja, danke Yanic ( :D ). Das Wetter ist hier immer sehr durchwachsen dann. In Tennessee, wo unser Studio liegt und Yanic lebt, ist es dann schon weit besser.
Yanic kann dann schon 20-25Grad genießen. Jedes Mal wenn ich dort bin frage ich mich  wozu die Leute da Jacken besitzen ( :D )

Y.: Für mich ein guter Monat um noch mehr zu arbeiten als ohnehin schon.

F.: Also wie jeder Monat für uns oder? ( :D )

 

Nun kommen wir langsam zum Schluss. Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

F.: Wir hoffen doch noch immer gute Musik miteinander machen zu können und dass die Band bis dahin ordentlich gewachsen ist, wir zahlreiche Live Shows gespielt haben, tollen Fans begegnet sind und viel Spaß hatten und vor allem, dass es so weitergeht.

 

Noch ein paar letzte Worte?

F.: Vielen Dank Hakon für das Interview. Beste Grüße in das schöne Österreich aus Norddeutschland, Tennessee, Italien, Kanada, oder wo auch immer wir gerade stecken.


 Share on Myspace
3