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Interview mit Hate Squad

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Hallo!

Ich hab mich schon sehnlichst auf euer neues Album gefreut, und ich wurde nicht enttäuscht. Ihr habt ein echt cooles Werk produziert. Hut ab! Wie waren die Arbeiten am Album für euch?

Die Arbeiten zum neuen Album Katharsis standen diesmal unter einen ganz anderen Stern. Ende 2009 haben wir nach 17 Jahren unseren alten Probebunker räumen müssen und haben erst im April 2011 wieder mit dem Songwriting beginnen können. Die ganzen Arrangements und vorab Aufnahmen sind sehr produktiv gewesen. Zudem haben wir parallel zu einer Show in Kiel ein Angebot von Massacre Records bekommen das wir nicht ausgeschlagen haben. Wir waren sehr motiviert und haben das komplette Album in ca. 12 Monaten geschrieben. Im Mai/Juni 2011 waren wir dann in dem Rape of Harmonies Studio um „Katharsis“ mit Ralf Müller aufzunehmen. Die Arbeiten im Studio waren super da wir alles umsetzen konnten was wir uns vorgenommen hatten. Auch bei der Gitarrenarbeit habe ich z.B. neue Akzente für Hate Squad gesetzt, da ich total freien Lauf bei dem Riffing und den Arrangements hatte. Grund dafür ist der Ausstieg unseres zweiten Gitaristen Martin Blankenburg. Er musste die Band aus privaten Gründen leider verlassen. „Katharsis“ ist wirklich gut geworden, diesmal etwas melodischer, durch mehr Harmonien und Solis. Härte und Atmosphäre ging dadurch aber nicht verloren, ganz im Gegenteil. Man kann sagen, dass diese Produktion ein großer Schritt nach vorne ist, weil die Songs ausgereifter und eingängiger klingen als je zuvor. Die einen finden es wahrscheinlich super, die anderen weniger. Somit erhöht sich aber auch der Hörerkreis. Auch mit dem Cover und dem Artwork sind wir diesmal sehr zufrieden, dass wir Tobias Huber und Hiko Kramer zu verdanken haben.

 

 „Katharsis“ ist ja ein psychologischer Ausdruck. Warum habt ihr diesen Albumtitel gewählt?

Ja, jeder von uns hatte natürlich seine eigenen Vorstellungen und Vorschläge zum neuen Album. Als Katharsis auf den Tisch kam, hat uns allen nicht nur der Name selbst sondern auch die Bedeutung dahinter gut gefallen. Im tieferen Sinne bedeutet „Katharsis“ ja auch „Reinigung“. In psychologischer Hinsicht muss man sich das so vorstellen. Eine Person bei einem Psychologen in Behandlung erzählt von seinen Leiden, Ängsten, Träumen oder ähnliches. Durch das Offenlegen dieser Gefühle können diese abreagiert werden und von krankmachenden Symptomen befreit werden. Wir legen auf Katharsis auch unsere Gefühle frei, in Form von Musik und Texten. Wir reinigen und sozusagen selbst indem wir Songs schreiben die uns Spaß machen und die Fans begeistern. Gerade die Harmonie Gitarren sind auf Katharsis auf diese Art entstanden. Natürlich können Menschen das auch anders sehen, wenn sie unser Cover dazu betrachten. Es passt halt gut zusammen und zu Hate Squad. Von allem anderen entfernen wir uns.

 

Viele bezeichnen euch ja als Metalcore, was ihr eigentlich gar nicht seid. Wie denkt ihr darüber?

Ich würde Hate Squad schon als Metalcore oder Harcore Metal Band bezeichnen. In unserer Musik kreuzen sich viele verschiedene Musikstile wie Death Metal, Thrash Metal, Hardcore und auch Heavy Metal. Grade die Mischung macht es. Wir schreiben Songs die meist doch eher im Thrash bereich stimmig sind. Dazu kommen immer wieder Einlagen aus dem Punk und Hardcore Bereich. Grade auf Katharsis ist auch deutlich der Metal in den Harmonie Gitarren zu hören. Dazu kommt von Burkhard der meist Death Metal lastige Gesang. Also Hardcore Metal, ein passender anderer Begriff für unsere Musikrichtung fällt mir nicht ein.

 

Wie steht ihr eigentlich zu den Modernen Metalrichtungen?

Wir sind eigentlich offen für alles und akzeptieren auch andere oder moderne Metal Bands, auch wenn wir nicht alles mögen oder selbst hören. Eine Beeinflussung gibt es immer in oder aus jedem Bereich. Die Umsetzung macht es aber letztendlich dann für die Band aus. Wenn sich eine Metal Band gut anhört oder den modernen Metal hervorbringt, dann ist das vollkommen in Ordnung. Diejenigen die es mögen kaufen die Musik die anderen nicht. Die Akzeptanz zu modernen Metal Richtungen ist von uns allen da.

 

Seit 1993 gibt’s euch schon, wie hat sich der Metal für euch entwickelt?

Sehr positiv, die Musikstile im Metal Bereich oder die Subkulturen des Metals bilden für uns auch Nahrung und inspirieren uns. Jeder von uns hat einen anderen, ich würde sagen eigenständigen Musikgeschmack. Dabei ist es zum einen schön den modernen Metal Bereich zu decken als auch Old-School lastige Einflüsse und Inspirationen mit einzubringen. Ich denke bei uns hört man zum einen die Entwicklung der Musik aber auch der Sound ist davon nicht unangetastet.

 

Fällt euch die Songproduktion nach so vielen Jahren noch schwer?

Nein, ganz im Gegenteil. Wir sind momentan alle so hoch motiviert und haben reichlich Ideen die wir noch umsetzen wollen. Wir arbeiten jetzt schon wieder an neuen Songs für das nächste Album. Dabei testen wir seit einiger Zeit diverse Gitarristen auf Herz und Nieren, weil wir für die kommenden Shows, hoffentlich viele, im nächsten Jahr wieder einen zweiten Gitarristen brauchen. Natürlich auch als festes Bandmitglied. Die Auswahl ist fast beendet und man kann auf jeden Fall live auf eine Überraschung gespannt sein.

Bei der Vorproduktion zu Katharsis haben wir die Basics im Proberaum aufgenommen, so wie es uns gefällt. Harmonien und Solis habe ich dann zwischen den Proben geschrieben und später auch den einen oder anderen umgeschrieben, weil jeder natürlich eine Meinung hat und warum sollte man nicht auch mal auf eine Melodie die z.B. von unserem Schlagzeuger Helge kommt, eingehen und verwerten. Auch Burkhard hat wieder gute Texte geschrieben und auch seine Vorschläge zu den Arrangements gebracht.

 

Was fällt euch ganz spontan zu folgenden Wörtern ein:

Black Metal: Auch innerhalb der Metal Gemeinde genießt der Black Metal einen zweifelhaften Ruf. Ich mag diese Stilrichtung nicht wirklich. Früher war Black Metal kampfbereit; es hieß „wir gegen den Rest der Welt“. Ein Hauptmerkmal ist wohl, dass viele Black Metal Bands in ihren Texten und ihren Aussagen mit Themengebieten wie Krieg, Nationalsozialismus, Rassismus und generell allen Arten des Tötens in einer scheinbar inflationären und unreflektierten Weise hantieren. Wer aus Überzeugung hinter der Musik steht, dem rede ich es auch nicht aus. Venom waren vor 25 Jahren die wohl bekannteste Black Metal Band. Ich muss zugeben, ich hatte damals von Venom auch ein Album.

Österreich: viele Berge, leckeres Essen und lange kein Konzert mehr in diesem schönen Land gespielt. Als Kind habe ich dort sehr viel Urlaub mit meiner Familie gemacht.

Hasskommando: dazu fällt mir nur eins ein….fettes Brett von Hate Squad.

Lady Gaga: schrill, abgefahren, crazy, ich muss aber sagen, dass dieser bunte Vogel bislang alles richtig gemacht hat, was ihren musikalischen Weg und die Vermarktung angeht.

 

Wo seht ihr euch in 10 Jahren?

Auf so eine Frage habe ich schon immer gewartet. Kein Ahnung…ich hoffe auf jeden Fall das es in 10 Jahren Hate Squad immer noch gibt. In welcher Besetzung auch immer. Aber natürlich werden wir so lange weiter machen bis wir von der Bühne fallen oder nicht vorher schon den Löffel abgeben.

Auf jeden Fall wird es Hate Squad ohne Härte und Grunzen nicht geben. Das wird immer bleiben und wer weiß, vielleicht schaffen wir in den nächsten Jahren, eventuell mit dem Katharsis Nachfolger, noch einen Durchbruch mit dem wir weiter wachsen können. Wir hoffen und wünschen es uns. Jeder darf uns natürlich auch unterstützen. Burkhard unser Sänger hat mit dem Release die „Hate Squad official supporter division“ gegründet. Unter www.hsosd.com kann man sich anmelden und loslegen. Ähnlich wie bei Facebook, nur rund um Hate Squad mit viel Musik und Videos, Kommentare und Chats. Einfach mal anschauen und mitmachen, es lohnt sich….

 

Wann darf man euch mal bei einem Österreich Gig besuchen?

Natürlich sind wir sehr interessiert auch mal in Österreich oder generell im Ausland mehr Shows zu spielen. 1997 haben wir das letzte Mal in Österreich auf einen Festival gespielt. Seitdem leider nicht mehr, nur durchgefahren für Shows in Italien. Aber die Chancen wachsen vielleicht für 2012. Wir sind gerade mit zwei Booking Agenturen am verhandeln die eine Reihe Shows für uns arrangieren und evtl. auch in Österreich. Genaueres kann ich dazu bis dato noch nichts sagen, aber wir sind heiß Katharsis live zu präsentieren. Bei unserem letzten Headline Gig im September haben eine Reihe Songs vom neuen Album vorgestellt, die wie ein Schlag in den Nacken beim Publikum angekommen sind. Also, wir sind dran.


Nun gut, ich bedanke mich mal für eure Zeit und fürs Interview! Ein paar letzte Worte?

Wir hoffen, dass das neue Album Katharsis auch im Ausland auf neugierige Ohren stößt und gut ankommt. Auch auf das Vertrauen derer Menschen die in uns investieren und uns immer unterstützen ist hiermit ein Dank gerichtet. Auf keinen Fall die Katharsis Live Shows verpassen.

 

Mark Künnemann (Guitar)


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