Metalfest Bericht

Nun ist auch das Metalfest Austria zuende und 4 Tage voller Metal, Party und Regen sind vorrüber. Mit Größen wie Bolt Thrower, Testament, Six Feet Under, Behemoth etc... konnten Rock the Nation wieder dutzende musikbegeisterte Metalheads zum ehemaligen Summer Nights locken. Wir waren live dabei!
Mittwoch - Napalm Records Label Night
Mittwoch Mittag gings dann los, nach 3 1/2 stündiger Fahrt kamen wir mit vollbepackten Auto an. stellten erstmal unsere Zelte auf, und lernten unsere bayrischen Nachbarn kennen. Die ersten Bands der Napalm Records Label Night ließen wir aus und nach einigen Bechern Bier gingen wir zu Týr. Das Partyzelt war schon ziemlich voll und schon begannen Heri & Co mit dem ersten Song. Mit bekannten Liedern wie "Hold the heathen Hammer High", "Raimund Hin Unge" und "Hail to the Hammer" begeisterten sie das Publikum und fast jeden riss es mit. Nachdem keiner von uns wirklich Interesse an der nächsten Band hatte, ließen wir auch diese aus und tranken stattdessen noch ein paar Runden mit unseren Nachbarn bevors in den Schlafsack ging.
Donnerstag - Der 1. offizielle Metalfest Tag

Am nächsten Tag, halbwegs nüchtern, erkundeten wir das Festivalgelände. Wir erfreuten uns an den relativ kurzen Gehwegen von max. 5 Minuten von unserem Zeltplatz zum Partygelände. Nachdem wir die reichhaltigen Merchandise durchstörbert haben, schauten wir uns noch den Schluss der ersten Band des Tages "Scared to Death" an. Danach folgten die Franzosen "Benighted". Wir waren vollkommen überrascht von ihrem tollen live Auftritt. Die Death Metaller hatten ordentlich was drauf! Die nächste Band die spielte war dann die Trachtenkapelle Minning. Blasmusik und Metalfestival? Passt das zusammen? JA! Die TMK Minning hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt vor dutzenden Metalheads und auch diese bangten zur Musik mit anschließender Wall of Death. Dass die Mainstage und die 2nd Stage sehr dicht beieinander lagen, hatte eben Vorteile wie auch Nachteile. Teilweise hörte man die andere Band zu laut Proben. Aber wir ließen uns nicht stören und genossen noch den angeschwärzten Pagan Metal von Manegarm.
Nachdem wir uns noch ordentlich gesättigt hatten, begannen auch schon Corvus Corax, die wir zuerst aus der Ferne betrachteten. Doch ihre epische Mittelaltermusik riss und so mit das wir gleich nach vorne gingen und den noch den Rest der Truppe begutachteten. Viel zu kurzer Auftritt für diese großartige Band! Kurz danach kam auch schon der "langersehnte" Regen. Und das Festivalgelände verwandelte sich in ein gatschiges Schlachtfeld. Trotz des Schlamms und des stetigen Regens streuten sie Donnerstag kein Stroh, und die Metalheads mussten durch den "Sumpf" waten. Jedoch mundete uns wenigstens das überteuerte Essen. Auch wenn Shining für ihre extreme Show berühmt sind, kam diese Show recht unerwartet. Zwar spielten Shining ihre Setlist ohne großartige Verzögerungen durch, jedoch lenkte die „Show“ des Sängers vommusikalischen Geschehen ab. Seine Flasche Jack Daniels teilte er herzhaft mit einem langen Zungenkuss mit seinen Bassisten und seine brennende Zigarette dämpfte er sich am Oberkörper aus. Ob einem die Show von Shining gefällt bleibt Ansichtssache, musikalisch jedoch war es ein starker Auftritt.
Jeder der die Grailknights kennt, kann sich auf eine super Show freuen. Und das war auch am Metalfest nicht anders. Die Allbekannte Bierdusche und a
uch der traditionelle Kampf um den Gral gegen den bösen Dr.Skull. Leider reichte die Zeit nicht mehr um Urks zu besiegen aber das wurde durch das echt kreative „Grailrobic“ ersetzt. Auch musikalisch ließen die Knights keine Wünsche offen. Mit ihren symphonischen Death Metal gaben sie nochmal richtig Gas. Als nächstes folgte Sepultura - nicht wirklich eine meiner Lieblingsbands, jedoch lieferten sie wirklich einen sehr guten, sehenswürdigen Auftritt, ebnso wie die Black Metaller Urgehal. Im Gegensatz zu Six Feet Under: Sie spielten ihre Playlist, zwar gut runter, aber boten wenig Show. Chris Barnes redete kaum mit dem Publikum und ging danach auch schon seine Wege. Die nächste Band ließen wir aus, weil wir noch Biernachschub brauchten. Erst bei Behemoth,die einen der besten Auftritte vom Metalfest 2010 lieferten, stiegen wir wieder ein. Sie hatten sichtlich Spaß daran und heizten ordentlich ein mit Songs wie "Slaves Shall Serve", "Conquer All" etc... und die Fans gingen ab. Völlig durchnässt gingen wir zur 2nd Stage rüber und sahen uns die Schottischen Highland-Piraten Alestorm an. Ein sehr unterhaltsamer Auftritt, bei dem das gesamte Publikum mehr oder weniger textsicher mitsang.
Jeder wartete nurmehr auf die Megaüberraschung "Twilight of the Gods", Headliner des ersten offiziellen Spieltages. Mit voller Begeisterung kamen sie auf die Bühne. Jedoch stieg bei mir keine Gänsehaut auf, wie ich es von den Bathory Songs gewohnt war. Ein eher durchschnittlicher Auftritt, trotz der tollen Besetzung, kein wirkliches Highlight! Als vorletzte Band gaben Outrage auf der 3rd Stage nochmal richtig Gas und rissen das Publikum regelrecht mit. Beim Höhepunkt der genialen Show konnte auch niemand mehr den Sänger aufhalten die Stützpfeiler empor zu klettern. Mit einem stimmungsvollen Publikum übergaben Outrage die Bühne an Riger, den letzten Act des Abends. Auch wenn Riger anfangs mit Soundproblemen zu kämpfen hatten, nahm die Stimmung nicht ab. Bei Liedern wie „Auf die Ahnen“ und „Des Blutes Stimme“ blieb einem nichts anderes übrig als gemeinsam mit der Band den Text mitzugröhlen . Insgesamt ein echt beeindruckender Auftritt der eigentlich die Hauptbühne verdient hätte.
Freitag - Und noch immer bangten wir
Am nächsten Morgen brummte uns nicht nur der Schädel vom Headbangen sondern auch von den dutzenden Bierchen. Noch "restfett" erkundeten wir das Gelände nach dem heftigen Regen. Und es regnete immer noch!!! Völlig verdreckt und verschlammt gingen wir die Hauptwege entlang und noch immer kein Stroh am Campinggelände! Die ersten Metaller fuhren auch schon nachhause und blieben sogar teilweise mit ihren Autos im Schlamm stecken, sodass sie mit dem Traktor herausgezogen werden mussten. Trotz des strömenden Regens latschten wir topmotiviert zur ersten Band. Und siehe da! Es wurde sogar im Kerngelände Stroh (Schilf) gestreut. Da Cauldron nicht spielte sahen wir uns Schelmish an. Und statt der vorgesehenen Rockshow dudelten sie uns 30 Minuten auf ihren Säcken was vor. Und es war GROßARTIG! Da kam richtige Mittelalteratmosphäre auf. Und die Druiden zauberten sogar für kurze Zeit den Regen weg. Von den lustigen Stimmungsmachern gings rüber zur 2nd Stage zu den düsteren Black Metallern von Imperium Dekadenz. Auch wenn keine Stimmung zu erwarten war, lieferten sie einen tollen Auftritt mit guten Songs.
Voller Enthusiasmus und Elan begeisterten uns und auch die dutzenden Metalheads, die griechischen Thrash Metaller Suicidal Angels. Mit knallharten, schnellen Riffs und Kriegsgetrommel brachten sie die Leute zum Bangen und auch ein kleiner Circle Pit entstand. Nachdem wir die nächsten Bands ausließen, stiegen wir bei den Russen Arkona wieder ein. Was erwartet man sich von einer Band welche Folk-Paganmetal macht und dann mit einer Sängerin auf die Bühne kommt? Melodischen Metal mit schönen Frauengesang? Wahrscheinlich etwas in dieser Richtung. Doch dann schaute ich nicht schlecht als die ersten Screams die Musik übertönten. Sowohl tiefe Growls als auch klarer Gesang prägt das musikalische Bild der Band. Insgesamt war der Auftritt wirklich traumhaft, auch wenn der Sound nicht ganz so gut eingestellt war.

Mit voller Vorfreude wartete ich gespannt auf meine Lieblingsband Rotting Christ. Und ich wurde nicht enttäuscht! Die Griechen tatens' ihren Landsmännern von Suicidal Angels gleich und brachten einen grandiosen Auftritt hinter sich, vorallem mit allbekannten Songs. Mit einem Gemisch aus Black-, Death-, und Thrash Metal hallte ihre Musik durch das Gelände und die Menge bangte. Leider spielten sie nur zwei Lieder von ihrem epischen neuen Album "Aelo". Nach dem bombastischen Auftritt von Rotting Christ spielten die Folk Metaller Korpiklaani. Gleich zu Beginn begeisterten sie mit "Vodka" die Menge. Mich brachten sie erst mit dem Song "Wooden Pints" zum Kopfschütteln, und das war auch meiner Meinung der Höhepunkt von ihnen. Eher ein Durchschnittsauftritt von Korpiklaani, auch wenn viele anderer Meinung waren. Nachdem wir den kanadischen Hardcore von Despised Icon ausließen, stiegen wir erst wieder bei Legion of the Damned ein. Diese heizten auch ordentlich mit ihren Death/Thrash Metal ein. Mit einem technisch einwandfreiem Auftritt und sogar einer Pyroshow, die im kalten Regen ordentlich wärmte, brachten sie das Publikum zum Toben. Mit Songs wie "Ton Horns arise", "Cult of the Dead" und "Werewolf Corpse", quer aus ihren Alben, lieferten sie einen atemberaubenden Auftritt.

Nachdem ich dann auch meinen Kollegen Sammy wiederfand, sahen wir uns noch Dornenreich an. Da ich sie noch nie live sah, wusste ich nicht, was mich erwartet. Doch sie überzeugten mich voll und ganz und auch Sammy musste zu dem Ambiente Black Metal den Kopf kreisen lassen. Nach den tollen Shows auf den Hauptbühnen, warteten wir voller Vorfreude auf Edenbridge. Jedoch erfuhren wir aus dritter Hand das die Gothic Metaller ihren Gig abgesagt hatten. Cauldron (die eigentlich am Vormittag spielen hätten sollen), erfreuten das anwesende Publikum mit ihrem Heavy Metal. Die junge Gruppe konnte uns jedoch nicht wirklich überzeugen (bis auf den Drummer, der einfach nur genial war) und somit verließen sie die Amerikaner Winds of Plague. Feinster Hardcore vermischt mit Death Metal und einer Keyboarderin? Kann das gut sein? UND WIE! Mit einer (überflüssigen) Sturmhaube auf, kam Johnny Plague auf die Bühne und legten auch schon mit Vollgas los. Mit Songs wie "The Impaler" und "Decimate the Weak" beherrschten sie das Publikum,sowohl die Metalheads, als auch wir gingen voll ab. Nach 30 Minuten wars auch schon aus mit ihren Auftritt... obwohl sie für eine Stunde eingetragen waren. Nichtsdestrotz wars für mich der beste Auftritt vom ganzen Metalfest.
Samstag - Schon bricht der letzte Tag an
Trotz des schlechten Wetters ließen wir uns nicht davon abbringen auch den letzten Tag des Metalfests zu genießen. Und wir gingen auch schon zur ersten Band Days of Loss. Die Wiener konnten mir ihrem feinen Death Metal überzeugen, auch wenn wir vorzeitig gehen mussten, dank der Securitys. Nach der geklärten Auseinandersetzung mit den Sicherheitsleuten konnten wir mit einer Mischung aus Verwirrung und Unverständnis zu Negator wandern. Trotz der geringen Publikumsanzahl konnten Negator die Stimmung ordentlich anheizen. Mit einer Setlist welche sich eher auf das erste Album bezogen hat, spielten Negator einen souveränen Auftritt . Ebenfalls in der Setlist enthalten waren mehrere Tracks des in Kürze erscheinenden Albums „Panzer Metal“. Voller Elan ging ich ins Partyzelt um meine heimlichen Favouriten Nammoth nicht zu verpassen. Jedoch spielten sie vor knappen zehn Leuten auf. Die polnischen Technical Death Metaller ließen sich jedoch nicht ihre Stimmung rauben und brachten einen wirklich guten Auftritt hinter sich. Nachdem wir noch das Ende von Vader sahen, gingen wir zu Sadist. Jedoch verließen wir die Bühne frühzeitig da uns das Bier ausging. Ganz im Gegenteil zu Epica, die trotz der massiven Soundprobleme am Anfang, dennoch einen guten Auftritt ablieferten und die Leute ordentlich mitgingen.
Bei Heidevolk angelangt, mussten wir uns schon fast die Ohren zuhalten. Der Sound war schon wirklich sehr schlecht, und das die ganze Show über. Trotzdem hatten die Fans Freude an ihrem Aufritt, wie auch die Band: Sie boten uns eine relativ gute Show und haben auch einige neue Songs gespielt. Caliban sahen wir uns nur aus der Ferne an, jedoch fanden wir ihren Auftritt nicht wirklich aufregend (was auch an der Ferne liegen konnte).
Ein besonderer Act an diesen Tag waren Varg. Leider hatte der Sänger, bereits in der Autogrammstunde, kaum noch Stimme da er am Vortag zu viel
getrunken hatte. Deshalb blieben längere Ansprachen aus und Varg beschränkte sich auf ein schlichtes „F**k off, Naz*s“ . Gleich nach „Viel Feind,viel Ehr“ war das Publikum ganz auf der Seite Vargs. Den Rest gab es dann mit Liedern wie „Schildfront“ oder den noch nie live gespielten Lied „Seele“.
Nach den Wölfen kamen endlich die langersehnte Pagan Alliance von Eluveitie & Finntroll. Und nein, es ist kein tschechischer Hip Hop (Insider). Mit heftigen Mikro-Problemen hatte am Anfang Chrigel zu kämpfen. Jedoch wurde es teilweise gut vom Finntroll Sänger ausgeglichen. Die beiden Bands koordinierten perfekt und teilweise waren sogar 13 Musiker auf der Bühne. Auch eine der besten Shows am Metalfest.
Mit viel Rauch stürmten Marduk die Bühne. Ohne lange mit dem Publikum zu interagieren stürzte sich die Panzer Divison sofort ins Gefecht. In altgewohnter Manier spielten Marduk eiskalt ihre Setlist hinunter. Neben alten Klassikern fanden sich auch Stücke aus dem neuem Album. Vollkommen ohne Zugabe wollte der Bassist schon die Bühne verlassen , jedoch wurde er von der Band zurückgeholt um die letzten Stücke als Zugabe hinzuzufügen. Alles in Allem war der Auftritt gelungen und Testament konnten mit guter Stimmung fortfahren. Nach dem Auftritt von Testament gingen wir leider schon und brachen in Richtung Heimat auf.
Pro & Kontra
+ Super Line Up
+ Camping & Parking
+ Spülwc's
+ Lautstärke bei den Hauptbühnen
+ Organisation des Festivals
+ Große Auswahl an Speisen & Getränke
- Wetter
- Sound, klang teilweise unterirdisch und dumpf
- Überteuerte Preise, vorallem beim Catering
- Gatschiges Gelände am Campingplatz, wurde auch nix dagegen unternommen
- Klauerei
- Dreckige Dixies

Aktualisiert (Samstag, den 22. Mai 2010 um 10:24 Uhr)