Extremefest Austria 2012 - Bericht
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Zum ersten Mal war es soweit: die Extremfest Reihe ging über die Bühne und wir waren bei der österreichischen Edition vor Ort, um euch über das Festival und die Bands zu berichten.
Tag 0 – Extremes Warm-Up
Offizieller Einlass am Extremefest war laut Veranstalter erst am Donnerstag 08:00 Uhr. Da wir aber alle schon darauf vorbereitet waren, bereits am Mittwoch die Fahrt nach St. Pölten anzutreten, sind wir auch schon am Mittwoch dort aufgekreuzt und sind nach einem Gespräch mit der Security am Eingang auch schon reingelassen worden. Natürlich war noch recht wenig los, aber das hinderte uns natürlich nicht daran unseren Kram auf den Campingplatz zu stellen und schon mal ein bisschen zu feiern. Im Laufe des Abends schauten dann auch noch Suicide Silence bei uns vorbei und das Met-Horn ging einige (zu viele ;-)) Male durch die Runde bis in die frühen Morgenstunden.
Tag 1 – Extreme Temperaturen
Der erste offizielle Festivaltag hatte vor allem eines für die Besucher parat: eine Affenhitze. Bereits am Vormittag kletterte das Thermometer über 30°C. Konzerttechnisch gab es dann gleich am frühen Nachmittag ein Highlight für die Besucher. Die Franzosen von „Benighted“ zerlegten gleich als dritte Band des Tages die Bühne. Das Set war bunt durchgemischt, wobei der Fokus vorwiegend auf „Asylum Cave“ lag. Beim genauerem Betrachten dürfte dem Benighted-Fan aufgefallen sein, dass erstens, der Bassist gefehlt hat (weil er den Flug verpasst hat) und zweitens, ein neuer Gitarrist auf der Bühne stand. Dieser wirkte bei den Gitarren-Soli noch ein bisschen unsicher, aber ansonsten war die Show perfekt und es waren auch schon zu so früher Stunde sehr viele Leute. Immer wieder toll den Franzosen bei der Arbeit zuzusehen, wie schon im Viper Room im November des Vorjahres. Was mich sehr überrascht hat war der sehr gute Sound, obwohl die Bühne in einer Halle stand. (Mario)
Die nachfolgende Band war „Disavowed“, aufgrund der Absage von „Hellsaw“. Ich kannte die Truppe vorher nicht, aber sie hauten auch anständig auf den Putz und während sich der Sänger durch die Halle tragen ließ, schnappte sich ein Festivalbesucher das Mikro, rannte damit durch die Halle und grölte unverständliches Zeug in das Mikro bis er erwischt wurde. Diese Aktion wurde seitens der Band als auch der anderen Besuchern als lustiger Scherz aufgefasst und so konnten „Disavowed“ ihre brutale Show zu Ende bringen. (Mario)
Die nächsten beiden Bands standen im Zeichen des Deathcore. Während ich von „Death Mentality“ leider nur die letzten beiden Songs auf der verdammt heißen 2nd-Stage erwischt habe, konnte ich mir dann den Auftritt von „All Shall Perish“ reinziehen. Dass sich das Erscheinen gelohnt hatte merkte man gleich beim ersten Song. Knallharter Sound, eine gute Auswahl an Songs und eine topmotivierte Band erwartete den Zuseher. Die facettenreiche Stimme von Sänger „Eddie“ bereitete mir eine Gänsehaut. (Mario)
Auf der 2nd Stage gab es dann ein Brutal Death Metal Schmankerl der besonderen Sorte: „Carnal Decay“. Bereits beim ersten Song („Chopping Off The Head“) war der Platz vor der zweiten Bühne relativ gut besucht und die Schweizer gaben ihr Bestes. Fette Riffs und Blastbeats standen an der Tagesordnung und zum Schluss gab es dann auch noch den Titeltrack der neuesten Scheibe, "On Top Of The Food Chain". (Mario)
Die Headliner des Abends waren „Suicide Silence“. Man mag sie mögen oder nicht, aber sie sind mit Sicherheit wohl eine der meist gehypten Bands weltweit. Die Band ließ etwas auf sich warten, begann dann aber gleich mit voller Energie ihre Deathcore gegen die Menge zu prügeln. Es war eine intensive Show mit gutem Sound und beim Schlusssong forderte Sänger Mitch die Fans auf, auf die Bühne zu gehen und ehe man sich versah war die Bühne voller Menschen und alle gemeinsam beendeten eine tolle Live Performance. (Mario)
Nach „Suicide Silence“ war dieser Festivaltag für mich beendet und ich trat meinen Weg in Richtung Zeltplatz an.
Tag 2 – Die Extremen gehen weiter
Der zweite Tag hatte eine ebenso lange Liste an guten Bands wie der erste. Als erstes zog es mich zur deutschen Death Metal Schmiede „Dawn Of Disease“ welche erst kürzlich ihre neue Platte „Crypts Of The Unrotten“ veröffentlicht haben. Eine halbe Stunde lang konnte man feinsten Death Metal der alten Schule genießen, danach war es auch leider schon zu Ende. (Mario)
Die folgenden beiden Bands waren beides niederländische Goregrind Bands. Zuerst konnte man „Rectal Smegma“ bestaunen, die einen neuen jungen Gitarristen an Bord hatten. Vor allem das Drumming empfand ich als sehr überzeugend und die Pitch-Shift-Vocals klangen verrückt wie gewohnt. Ein sehr unterhaltsamer Auftritt einer Band, die ich mir gerne ein paar weitere Male ansehen würde. (Mario)
Die zweite Band im Bunde waren „Rompeprop“ und dass hieß vor allem eines: Tanzalarm! Die Groovenden Gitarren brachten die Leute in Bewegung und es gab auch einen riesigen Circle-Pit um die Bar und den Tontechniker. Die Band hatte sichtlich Spaß am Auftritt und spielten eine Gore-Nummer nach der anderen. Songs wie "Donkey Punch" oder "Vaginal Luftwaffe" wurden zwar mehrfach vom Publikum gefordert, aber dieser Bitte kamen sie nicht nach. (Mario)
Als nächstes standen „Aborted“ auf dem Zettel. Erst im Frühjahr haben die Belgier „Global Flatline“ rausgebracht und die Jungs starteten auch gleich mit dem Titeltrack. Sänger Sven versuchte die angereisten Zuseher wild zu animieren, als ob es um Leben und Tod ging. Für mich war es einer der besten Auftritte am gesamten Extremfest. Das einzige Blöde war nur, dass ich dadurch „Outrage“ auslassen musste, die gleichzeitig mit „Aborted“ auf der 2nd Stage spielten. (Mario)
Gleich darauf gab es statt düsterer, böser Stimmung eine Menge Spaß bei „Milking The Goatmachine“. Die deutsche Ziegenherde war wie immer ein Stimmungsgarant und brachte die Menge, bei denen auch viele mit obligatorischer Ziegenmaske aufkreuzten, zum Toben. Von allen drei Alben waren Songs vertreten und das mächtige „Milk Me Up Before I Go Go“ zog den Schlussstrich des lustigen Treibens vor der Mainstage. (Mario)
„Carnifex“ fiel dann einer Bierpause zum Opfer, wobei ich von Kollegen gehört haben soll, dass sie nicht besonders gut waren. Die nächste Band am Programm war für mich „War From A Harlots Mouth“, die auf der 2nd Stage ihren verrückten Musikstil zum Besten gaben. Teilweise mangelte es am Sound, aber ansonsten war es ein sehr guter Auftritt. Sänger "Niko" schrie sich die Seele aus dem Leib und die Instrumentalfraktion stand ihm in Punkto Motivation um nichts nach. (Mario)
Ich hatte eigentlich Arkona schon einmal gesehen, trotzdem beschloss ich sie mir nochmals anzuhören. Leider war es für mich nichts mehr besonderes, denn es war genau so wie beim ersten Mal. Irgendeine hübsche, heidnische, blonde, langhaarige Frau tanzt, springt, singt, grölt und lässt ihre Zuschauer dasselbe tun, ihre Musik ist fantastisch, aber scheinbar sind ihre Konzerte immer gleich –leider! Trotzdem würde ich ein gutes Feedback abgeben. Das Publikum hatte ihren spaß, Ton und Stimmung waren super. (David)
Last But Not Least gab es noch den Headliner des Abends und das war niemand geringerer als die amerikanischen Death-Metal-Urgesteine von „Cannibal Corpse“. Mir war noch ein gelungener Auftritt von der „Full Of Hate“-Tour in Erinnerung und deshalb ließ ich es mir nicht nehmen sie nochmal zu sehen. Eine gewohnt simple Show erwartete den Besucher und natürlich die Front-Maschine „Corpsegrinder“, von dem man in Sachen Headbangen und Singen belehrt wurde. Besonders gewaltig fand ich vor allem die Songs „Scourge of Iron“ und „As Deep As The Knife Will Go“ von der neuen Platte „Torture“. Ein paar alte Songs wie „Disfigured“, „Hammer Smashed Face“ und „I Cum Blood“ rundeten den Auftritt gelungen ab. (Mario)
Für mich war danach Schluss an Tag 2 und ich suchte den Campingplatz für die letzte Party am diesjährigen Extremefest auf. Die Hitze hat bis jetzt noch immer kein Ende genommen.
Tag 3 – Ein verregnetes Ende
Schneller als uns lieb war, brach auch schon der letzte Tag des Extremefest an. Pünktlich zur ersten Band waren wir auf der 2nd Stage um uns die Gore-/Porn-Grinder von „Squirtophobic“ anzusehen. Der Auftritt war äußerst unterhaltsam. Es wurde gesquealt und abgegangen wie sau und bei Songtiteln wie „Woody Futpecker“ oder „Brutal Nudl“ konnte sich keiner das Schmunzeln verkneifen. Die Jungs haben definitiv riesiges Potenzial in ihrer Szene. (Mario)
Auf der Mainstage werkten nachher die aus Singapur kommenden „Wormrot“. Der Grind war nicht gerade mein Leibgericht und so ging es wieder ab zum Zeltplatz.
Der nächste Termin sollte eigentlich erst Suffocation werden, jedoch kam die Info dass die Herren von „Ultrawurscht“ den Slot mit „Eisregen“ tauschten, da diese eine Panne hatten. Und so marschierten wir zur Main Stage um uns das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Was uns dort erwartet hat war wirklich unglaublich. Die wohl lustigste und unterhaltsamste Show die ich je gesehen habe. Bei den Ansangen zwischen den Songs krümmte sich oftmals die ganze Halle vor Lachen und thematisch wurde dabei hauptsächlich auf das regionale Thema „Bischof Küng“ eingegangen. Neben den Ansagen und der Verteilung von Salami-Oblaten wurde natürlich fleißig geblastet und geshreddet als gäbe es kein Ende der Show. Ich hoffe wir werden in näherer Zukunft etwas in Richtung neues Album von ihnen hören. (Mario)
Gleich nachher wurde man vom schnellen Grind wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Suffocation“, eine der wohl prägendsten Death Metal Bands standen vor ihrem Auftritt. Beim Soundcheck merkte man allerdings, dass eine wichtige Person nicht anwesend war. Der normale Sänger Frank Mullen konnte leider nicht erscheinen (der genaue Grund wurde nicht genannt, nur dass etwas zu Hause in den USA passiert sei) und es stand deshalb „Decrepit Birth“ Sänger Bill Robinson auf der Bühne. Dieser passte zwar zum Leitbild der Band, konnte die einzigartige Stimme von Frank aber natürlich nicht ersetzen. Man bediente sich beim Songmaterial vor allem bei den alten Sachen, lediglich ein paar nahm man von den letzten beiden Scheiben. Alles in allem war es ein gelungener Auftritt und vor allem Gitarrist Terrance Hobbs beeindruckte mit seinen schnellen Gitarren-Soli. (Mario)
Die englische Slam-Death-Band „Ingested“ war die letzte Band die ich mir in voller Länge angesehen habe. Zu Beginn gab es mit „The Consequence“ gleich einen Kracher vom aktuellen Album „The Surreption“. Massive Slams wurden auf den Zuseher geschleudert und die Meute ging tierisch ab. Die Band selbst hatte auch sichtlichen Spaß und bezeichnete es auch als die beste Show von ihnen die sie je gespielt hatten. (Mario)
Direkt danach erwischte ich noch die letzte Viertelstunde von „Asphyx“. Der Old School Death Metal schien viele Anhänger zu haben, denn so viele Besucher wie bei „Asphyx“ sah ich am ganzen Wochenende nicht vor der Hauptbühne stehen. (Mario)
"Agrypnie" hatte scheinbar eine längere Reise vor sich und so kam es, dass sie die allerletzte Band auf dem Extremefest waren. Es war 2:15 als die Zuschauer schon gespannt vor der Bühne standen. Der Sänger sah etwas erleichtert aus, er hat noch vor der Show sich mit dem Publikum unterhalten und sein Bier getrunken, während der Rest der Band nicht ganz so erleichtert aussah und sich schon auf die Show vorbereitet hat. Es gab noch eine kleine Danksagung, für Tontechniker und Fans, die gekommen sind um sie zu sehen und schon ging es los! Über den Sound konnte man nicht klagen. Die Stimmung war großartig, aber wie auch bei anderen Bands waren auch bei Agrypnie wenige Leute anwesend, scheinbar war der Rest schon in ihren Schlafsäcken oder lagen irgendwo anders auf dem Gelände herum. Wie auch immer, es war genial! Eine Zugabe gab es auch „Die Brücke aus Glas“, leider war der Sänger von "EIS" nicht mehr anwesend und so durften wir dem Stücke als Instrumental – Version lauschen. Es war meiner Meinung nach der Beste Abschluss den ich mir am Extremefest vorgestellt habe. Gleich danach machte auch ich mich auf dem Weg zum Zelt. (David)
Nach dem Anfang der US-Thrasher von „Exodus“ ging ich aber auf den Campingplatz um meine sieben Sachen für die Heimreise zu packen. Mittlerweile war es am Regnen und mit dem Ende von „Exodus“ trommelte ich meine Leute zusammen und wir traten die Heimreise an. (Mario)
(Berichte zu Eis, Marduk, Belphegor, Imperium Dekadenz, Der Weg Einer Freiheit, Darkened Nocturn Slaughtercult und Dornenreich werden noch von David nachgereicht.)
Fazit
Ich bin sehr beeindruckt. Es war für mich das beste Festival auf dem ich je war. Die Organisation war top, das Gelände perfekt und der Sound war ebenfalls genial. Ich freue mich jetzt schon auf das Extremefest 2013.
Pro:
+) hochkarätiges Line Up
+) niedriger Ticketpreis
+) sehr guter Sound (obwohl die Bühnen in Hallen waren)
+) gut ausgestatteter Metal Market
+) große Vielfalt an Essensständen
+) viele Bars
+) kostenlose Spültoiletten für alle Besucher
+) kurze Gehwege / tolles Gelände allgemein
+) freundliches Personal & Securitys
+) Wasserhahn mit kaltem Wasser direkt neben den Zelten
Contra:
-) Sanitäranlagen in wenigen Fällen verdreckt bzw. beschädigt
-) festival-typisch hohe Essenspreise
-) Pfand für PET-Flaschen
