The Eight Plague Tour - Bericht
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Am Samstag den 12. November war es soweit. Machine Head kamen nach einem Jahr Abwesenheit endlich wieder nach Österreich. Die so genannte „The Eight Plague Tour“ war im Gasometer zu Gast und hatte neben Machine Head noch Bring Me The Horizon, Devildriver und Darkest Hour im Schlepptau.
Nach gut einer Stunde Fahrt kamen wir etwas früher als vor dem Einlass beim Gasometer an und sahen schon die ersten Fans vor dem Eingang anstehen. Beim Abholen unserer Presse-Tickets gab es leider ein kleines Problem mit unserem Foto-Pass und deshalb gibt’s auch leider keine Fotos von uns zu diesem Konzert. Wir hoffen beim nächsten Mal klappt es dann auch mit den Fotos!
Pünktlich nach der Running Order standen um 19:00 Uhr auch schon Darkest Hour auf der Bühne. Vor der Bühne tummelte sich schon zu dieser frühen Stunde eine beachtliche Menschenmenge, denn das Konzert war ausverkauft! So starteten die Amerikaner ihr 30 minütiges Set, das viele Nummern vom neuesten Album enthielt, und hämmerten ihre Musik gegen die Zuschauermassen. Für mich war es das erste Mal, dass ich Darkest Hour gesehen habe, aber ich war sehr positiv überrascht und dem Publikum schien es auch zu gefallen, obwohl dieses noch im Leerlauf unterwegs war. Bis auf vereinzelte kleinere Circle-Pits und ein paar Fäuste in der Luft war nicht sehr viel Bewegung zu sehen.
Auch sehr positiv: Der Sound war, zumindest von meiner Position aus, sehr geil, nicht zu laut und druckvoll, was sich bei meinen vorigen Besuchen im Gasometer nicht immer als selbstverständlich erwiesen hat.
Die nächste musikalische Darbietung kam wieder von einer amerikanischen Band: Devildriver. Ebenso wie bei Darkest Hour zuvor, war es für mich das erste Mal, das ich diese Truppe live zu sehen bekam und war deshalb sehr gespannt wie Dez Fafara und seine Jungs hier aufspielen werden und ich sollte nicht enttäuscht werden. Devildriver spielten in feinster Manier ein breit-gefächertes Set von alten und neuen Songs und heizten die immer besser in Fahrt kommende Menge an. Bei Songs wie „Dead to Rights“, „You Make Me Sick“ oder “Head On To Heartache” gab es zahlreiche Pits und Headbanger. Grund dafür war neben der musikalischen Top-Performance auch ein ruheloser Dez Fafara, der die Leute immer wieder zur Bewegung animierte.
In der Pause schmökerten wir ein bisschen in der Merch-Abteilung, die auch sehr gut bestückt war. Einzig und allein die Preise waren übertrieben hoch. Shirts (30€) und Pullover (70€) die man um fast die hälfte billiger bei jedem Online-Shop bekommt.
Danach ging es Drunter und Drüber im Gasometer. Die wohl musikalisch am wenigsten ins Tour-Line-Up passende Band, Bring Me The Horizon, war an der Reihe. Angesichts einiger Fans mit BMTH-Shirts hätte ich nicht erwartet wie es dann tatsächlich nachher abgelaufen ist. Nahezu nach jedem Song von BMTH gab es nachher „Machine Fucking Head“ Sprechchöre von der halben Halle, was ich mehr oder weniger einfach unfreundlich, aber nicht so dramatisch empfand. ABER: Das dutzende von halbvollen Bechern auf die Bühne geworfen werden fand ich dann doch einfach nur idiotisch. Verständlicherweise war Sänger Sykes auch ordentlich angepisst und versuchte die Meute mit ein paar Sprüchen zu beruhigen bzw. die aufzufordern zu Bar zu gehen, die BMTH nicht sehen wollen. Das Ganze hat nicht wirklich funktioniert und so gab es des öfteren den Mittelfinger und sogar das blanke Hinterteil von Sykes zu sehen. Zurück zur Musik: Die Briten sind wohl einer der kontroversesten Bands der Szene. Es ist wohl reine Geschmackssache ob man das Studiomaterial mag, wo die Songs doch ganz anders wirken. Live konnte ich der Performance leider nicht viel positives abgewinnen. Die Stimme von Sykes ähnelte von Anfang an eher einem Krächzen und war kein Vergleich zum Studiomaterial, die Gitarristen hüpften klischeehaft bei den Breakdowns auf und ab und warum sich Sykes manchmal ohne Grund demotiviert am Boden herumwindete versteh ich bis heute auch nicht. Einen riesigen Anteil an deren Demotivation hatte mit Sicherheit auch das Publikum. Ich bin der Meinung man hätte statt BMTH sich was passenderes für diese Tour finden können. Dem Tour-Manager allein die Schuld zu geben ist natürlich auch nicht richtig, denn wer weiss wie BMTH in anderen Ländern empfangen wurde.
Weiter geht’s mit der eigentlichen Hauptattraktion des Tages: Machine Head. Fast während des gesamten Umbaus stimmte die Meute einen „Machine Fucking Head“ Chor nach dem anderen an. Der Umbau verriet schon ein bisschen was über die Bühnenshow, denn es waren insgesamt vier Projektoren und viel mehr Lichter als bei den Bands zuvor auf die Bühne gerichtet. Das Schlagzeug stand nicht auf einer Ebene, denn das Kit von Dave McClain war auf einem Podium um gut einen Meter höher als dort wo seine Bandkollegen standen. Als bühnentechnisch alles geregelt war, hörte man als Vorbereitung Ozzy Osbourne’s „Diary of a Madman“ aus den Boxen und es wurde dunkel. Die Menge forderte jetzt wieder mit den altbekannten Gesängen das Auftreten von Machine Head und sie wurden wenig später auch belohnt. Machine Head kam auf die Bühne und stimmte den Opener „I Am Hell (Sonata in C#)“ an. Die Projektoren hatten dann auch ihre Arbeit aufgenommen und zeigten während der Show die Cover des jeweiligen Albums des Songs der gerade gespielt wurde oder auch andere zum Thema passende Bilder. Die Boxen wurden im Vergleich zu den vorigen Bands um eine Stufe lauter gedreht und die Menge feierte Machine Head beim ersten Song gleich mustergültig ab. Es war unbeschreiblich was in der Menge abgegangen ist: Springen, Pits, Headbangen und fast bei jedem Song war die Menge textsicher beim Mitsingen. Man merkte wie auch Robb Flynn über die verrückte Crowd erstaunt war. Die Setlist war atemberaubend und wusste mit Klassikern aus alten Alben sowie mit vielen Werken vom ganz neuen Album „Unto the Locust“ zu überzeugen. Robb Flynn deutete mehrmals an, dass eine riesige Energie und Intensität im Raum lag und er hatte vollkommen, denn die Stimmung war unbeschreiblich. Es war ein einziger eineinhalbstündiger Kracher den Machine Head da vom Stapel ließ und dann das Haupt-Set abschloss. Nach guten 2 Minuten Pause und nicht aufhörenden „Machine Fucking Head“-Gesängen liesen sich die 5 Herren nicht 2 mal bitten und starteten den Zugabeblock mit „Halo“. Bei diesem Lied ist es am ärgsten von allen in der Menge abgegangen. Das letzte Lied war „Davidian“ wo natürlich wieder eifrig beim Refrain mitgesungen wurde und insgesamt kam man dann auf eine Spielzeit von 105 Minuten. Machine Head bedankten sich und verabschiedeten sich mit Plecks, Drum-Sticks und Drum-Fellen beim Publikum.
Danach ging es auf die Suche nach dem Auto im Parkdeck und wenig später dann auch schon auf die Heimreise.
Fazit: Die „The Eight Plague Tour“ war mit der Ausnahme von Bring Me The Horizion sehr gelungen und Machine Head hat bewiesen, dass sie zu den besten Live-Bands der Gegenwart gehören. Jeder der diese Band mag sollte sich einen Live-Auftritt von ihnen also nicht entgehen lassen. Genausowenig wie Darkest Hour oder Devildriver. Bring Me The Horizon sollte man sich dann doch unter anderen Gegebenheiten ansehen.
